selectiveartists.com
NEWS                ARTISTS                CONTACT                JOBS

Lina-Mariah

Die frischgebackene Hamburg-Music-Award-Preisträgerin und “Spotify Artist To Watch 2026″ LINA-MARIAH verkörpert den Sound von Riot Girlism, Grunge und kompromisslosem Pop – zu purer Energie verdichtete Teenage-Angst: rebellisch, explizit und authentisch as fuck.

Was uns zu Künstler*innen hinzieht, das ist ihre Sichtweise auf die Welt, so sagte es jüngst Produzenten-Legende Rick Rubin. Der Mann weiß, wovon er spricht. Mit den Beastie Boys hat er den Hip-Hop in pophistorischem Ausmaß befeuert, er hat es mit Slayer und den Red Hot Chili Peppers aufgenommen, mit Black Sabbath, Metallica – und Johnny Cash. Kaum ein Zufall, dass der „Man in Black“ eines der Lieblings-T- Shirts von LINA-MARIAH ziert. Das Foto ist ikonisch, Cashs ausgestreckter Mittelfinger, kurz vor seinem Auftritt im Knast von San Quentin. „Ich liebe die Power, die darin steckt“, sagt die Sängerin. „Ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut. Das Explosive, die Wut, die sich hier Bahn bricht.“ Wie hieß es doch gleich bei Johnny Rotten? Anger is an Energy. Wut ist eine Energie. LINA-MARIAH ist die Personifizierung dieses Satzes, ihre Songs mäandern zwischen hypnotischem Flow und brachialer Urgewalt. Man höre sich einen Track wie „Girl With A Gun, Angry“ an, zwischen Säuseln und Dynamitstange mit kurzer Lunte liegen hier nur ein paar Sekunden. Es gilt, schnell auf den Füßen zu sein. Die Explosion, sie steht unmittelbar bevor.

Es fehlte nicht viel, und LINA-MARIAH selbst hätte es erwischt. Ihre Lebensgeschichte, wie mit schwarzer Tinte auf schwarzes Papier geschrieben. Die Mutter psychopathisch, ihr Vater absent, ein düsteres Kapitel, das sich in ihren Songs, in ihren Lyrics Bahn bricht. „Wenn ich zurückschaue, dann habe ich das Gefühl, dass ich jahrelang nur geheult habe. Es gab keine Sicherheit, Konflikt folgte auf Konflikt. Ich musste zuweilen um mein Leben fürchten. Nirgends gab es etwas zum Festhalten.“ Viele wären an diesen Klippen zerschellt, LINA-MARIAH versucht, mit allen Mitteln dagegenzuhalten. Gleichsam manisch probiert sie sich aus, findet Zuflucht im Kreativen. Sie spielt Saxofon im Schulorchester, setzt sich ans Piano, ein Fußbreit zwischen Talent und Tragik. „Stundenlang ‚Für Elise‘ üben, das war einfach nicht mein Ding“, lacht sie heute über das Kapitel am Klavier. Sie schreibt Tagebuch, erste Songtexte entstehen. Der Grundstein ist gelegt, auch wenn sie es damals noch nicht ahnt. So resilient sie sich durch die biografischen Stromschnellen windet, so fast schon zwanghaft verfolgt sie ihre Leidenschaft. Als sie Jakob Teepes Band Faem zum ersten Mal hört, ist es Liebe auf den ersten Hör. Sie folgt der Band quer durch die Republik. Mit dem letzten Klingeln der Schulglocke springt sie aus dem Klassenzimmer in den Zug, fährt nach Borkum, nach Hamburg, in den hintersten Winkel des Landes, nur um diese Band live zu sehen. Später macht Jakob es umgekehrt, fährt mit Gitarre, einem Satz Saiten und ein paar Pleks zu LINA-MARIAH, schläft auf der Couch, nach Stunden gemeinsamen Songwritings. Gemeinsam Musik machen, das klingt fast zu profan. Hier wird an einer Vision geschraubt, einer Vorstellung von Musik, einer Philosophie, die – man muss es so superlativisch sagen und das nicht etwa, weil der ersteverdiente Award in der Vitrine glitzert – sich bereits jetzt, in dieser frühen Phase, dermaßen ausformuliert manifestiert, dass es nur so knallt. Das gleißende Feuer im Song „Sawdust“, eine Überwältigungsballade, die von Eilish-Eisigkeit in rotglühende Hitze kippt. Das Lied vom wütenden Mädchen mit der Knarre in der Tasche. I shot a man in Reno just to watch him die? Tell me about it, Johnny Cash, du solltest mal nach Hildesheim kommen.

Und wie war das nun mit der Sicht aufs Leben, die uns, das Publikum, mal verstört, dann begeistert, mal irritiert, dann wieder magnetisch anzieht, so intensiv, dass man darin vergehen möchte. „In meinen Lieder findet sich all das Erlebte wieder“, so LINA-MARIAH. „So krass und individuell das sein mag, so ungeschönt das alles meine ganz persönliche Geschichte erzählt, so sehr kann sich wohl jeder mit diesen Gefühlen identifizieren, die Isolation, das auf sich Zurückgeworfene, die Hoffnungslosigkeit.“ Dass LINA-MARIAH schon eine TikTok-Karriere mit über einer Million Followern unterm Gürtel trägt, erscheint im Hier und Jetzt fast unwirklich. Alles gelöscht, Schnee von gestern. Digital ist besser? Von wegen. Nichts ist so analog wie die Magie des Live-Moments. Als ihre Band Formen annimmt, reisen sie zu dritt durch Deutschland und spielen über ein Dutzend Guerilla-Gigs, in Stadtparks, in Fußgängerzonen, an Straßenecken. Immer so lange, bis die Polizei kommt und dem Ganzen ein Ende bereitet. Hauptsache, es reicht für ein paar Songs. Dieser Vibe, dieser DIY-Spirit durchzieht auch ihre Musik, der Crossover aus modernen Sounds und dickwandiger Gitarren-Arbeit buchstabiert ‚oldschool‘ konsequent durch. Der Weg zur Quelle führt in die 90er-Jahre, der Einfluss legendärer Formationen wie Hole, L7 und, wenig verwunderlich, Nirvana schimmert in LINA-MARIAHs Songs. „Nirvana waren und sind eine riesige Inspiration für mich“, erzählt sie. „Die Musik, diese völlig zeitlose Energie, die tragische Geschichte Cobains, aber auch das Unverwüstliche an seiner künstlerischen Kreativität prägen mich bis heute.“ Dies ist ein integraler Teil ihrer DNA – die Aggression, die Verzweiflung, der Schmerz einerseits, all das jedoch verdrahtet zu etwas Euphorisierendem, songgewordener Trotz, der bei aller in die Welt geschrienen Heavyness so catchy daherkommt, dass daraus Ohrwürmer der hartnäckigsten Sorte entstehen. Ein Initial, das auch eine der kommenden Singles „I Hate My Mom“ auslöst, die in einer internationalen Disney Serie gesyncht ist.. Man muss dieses explizite Gefühl nicht einmal teilen, aber wenn zum ersten Mal der Chorus ertönt, dann ist es dieser Blick in den Abgrund, das Unversöhnliche, der Trotz, dessen Kraft auf seine Hörerinnen übergeht.

Im Juli 2026 erscheint LINA-MARIAHs Debut Album. Mit ihrer Band spielt sie u.a. auf dem Summertime Festival und dem Great Escape Festival in Bristol. Ein guter Zeitpunkt, um sich einen Platz ganz vorn zu sichern. In kommenden Retrospektiven wird man auf diese entscheidende Phase zurückschauen und sagen: So hat es begonnen. Man war von Anfang an dabei. Wütend. Voller Energie. In your Face.

\\ LIVE 2026 \\

DATE CITY VENUE NOTES TICKET
01.06.2026 DE \\ Berlin Schokoladen   ->