Sam Vance-Law

„Sam Vance-Law entpuppt sich auf seinem Debüt Homotopia als großartiger Entertainer.“ (SPEX)

Wie klingt Popmusik von einem Künstler, der ohne Popmusik groß geworden ist? Die Antwort darauf kann man auf „Homotopia“ hören, dem Debütalbum von SAM VANCE-LAW. Mit Co-Produzent Konstantin Gropper (Get Well Soon) hat der kanadische Singer-Songwriter seinen charakteristischen Chamber-Pop definiert, der im klassischen Folk und in der Klassik beheimatet ist. Das Resultat: „Homotopia“ ist von einer literarischen Qualität, einer orchestralen Grandezza und einer präzisen Beobachtungsgabe geprägt, wie man sie in dieser Kombination selten erlebt.

Bereits im Alter von vier Jahren lernte SAM VANCE-LAW Bratsche und später Geige zu spielen. Im selben Jahr zog er von seinem Geburtsort Edmonton nach Oxford, wo sein dortiger Musiklehrer seine Stimme entdeckte und ihm am Choir of New College Oxford unterbrachte. An die 15 Alben hat SAM VANCE-LAW über die Jahre mit diesem aufgenommen, hartnäckig fünf Mal die Woche geprobt und erste Live-Erfahrungen auf Europa-Tournee gesammelt. „Mein Vater mochte die Talking Heads und meine Mutter hörte Annie Lennox. Aber für mich war das die Musik meiner Eltern, während Klassik die meine war.“ Nachdem er allerdings auf diversen Partys in Teenager-Jahren das erste Mal mit Pop-Musik in Berührung kam, erlebte er (mittlerweile wieder in Kanada lebend) seine finale Pop-Epiphanie auf dem Sasquatch-Festival 2009 in Washington. Als es ihn aufs europäische Festland verschlug, fand er in Berlin seine neue Heimat und arbeitete hierzulande knapp drei Jahre lang an seinem Debütalbum. Das Warten hat sich gelohnt.

Mit „Homotopia“ gelingt SAM VANCE-LAW ein schwules Manifest und ein musikalisches Wunderwerk. Es ist eine erzählende Musik, die gleichzeitig orchestral, gewaltig und mitreißend ist. Was den schwulen und queeren Themen von „Homotopia“ ein universelles Moment verleiht, ist vor allem die Art, wie der Singer-Songwriter sie aufbereitet: Clever, theoretisch geschult, mit einer von bitterem Sarkasmus über strahlendes Glück bis zu tiefer Traurigkeit rangierenden Gefuühlspalette. „Es geht mir um die Polarität, die in der Betrachtung schwulen Lebens liegt. Mir scheint es zu wenig Platz für Zwischenwelten zu geben. Und das gilt nicht nur für die Außen-, sondern auch für die Innenbetrachtung. Die schwulen und queeren Filme, Bücher und Musik, die ich mag, kennen immer nur drei Formate: Es sind entweder Coming-of-Age-, Stolz-, oder Opfergeschichten. Wenn es mir gelingt, da ein paar Aspekte zu ergänzen, habe ich schon viel geschafft.“ Auf seiner „Homotopia“ Tour und Auftritten vor hunderten Zuschauer/innen beim Golden Leaves, Traumzeit oder Unter einem Dach Festival hat SAM VANCE-LAW bereits gezeigt, dass er dieses Ziel definitiv erreicht hat.