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Andrra

„Lass ihre Geschichten durch die Konzerthallen schallen!” (ByteFM)

ANDRRA (Fatime Kosumi) ist eine Musikerin und Künstlerin kosovarischer Herkunft, deren Arbeit sich um den Einfluss von Erbe und Tradition auf die moderne Gesellschaft dreht.

Ihre Debüt-EP Palinë (2017) befasst sich mit arrangierten Ehen und der Unterdrückung von Frauen im Kosovo, wobei sie sich stark auf Folk-Texte und die persönlichen Geschichten der Frauen in ihrer Familie stützt. Ihr Debütalbum Maleve (deut. „über die Berge“) ist eine Abrechnung mit den Herausforderungen und Einschränkungen, die das Leben in einer patriarchalischen Gesellschaft mit sich bringt. Indem sie Themen wie Emigration hinzufügt, vermittelt ANDRRA mit diesem neuen Album ein umfassenderes Bild des Traumas, das sich durch Generationen von kosovarischen Männern und Frauen, Jungen und Mädchen zieht.

Für Männer und Jungen, die unter dem Druck stehen, “nach Deutschland zu gehen“ („Lule“) oder „Arbeit zu finden und Geld zurückzuschicken“ („Ridja“), sind die Berge oft der einzige Weg aus dem Land; für Mädchen können die Berge ins Ungewisse der Ehe führen – „Sie kommen, um dich zu holen, oh Kind“ („Moj Nano“). Doch während vieles in Maleve schwer und düster ist, spiegeln sich darin auch Unschuld und Aufregung („Kah Trokani“) und das Aufblitzen von Freude wider, wenn Familien, die durch die Emigration auseinandergerissen wurden, wieder zusammenkommen („Shën Gjergji“).

Der Weg zur Fertigstellung von Maleve war lang und wurde durch persönliche Verluste und der Weltlage erschwert. Doch die Sorgfalt, mit der ANDRRA diese bewegende und poetische Platte geschaffen hat, konnte nur durch eine solche Zeit der Reflexion erreicht werden. Kosumi übernimmt auf Maleve zum ersten Mal die Produktionskontrolle und verleiht ihren neuen Arrangements den gewohnt schweren, pulsierenden Geist, der zuerst in „Kalle Llamen“, „Palinë“ und „Moj Nano“ auf ANDRRAs EP von 2017 zu hören war, jedoch mit mehr Offenheit und Raum.

Für dieses Album hat Kosumi eine Gruppe talentierter, hauptsächlich in Berlin ansässiger Musiker zusammengestellt, wie den amerikanischen Komponisten und Schlagzeuger Larry Mullins alias Toby Dammit, der für seine Arbeit mit Iggy Pop oder Nick Cave bekannt ist, den mit einem Grammy ausgezeichneten Tontechniker und Geiger Simon Goff, die Singer-Songwriterin Tara Nome Doyle und den Multiinstrumentalisten PC Nackt, mit dem sie bereits auf „Palinë“ zusammengearbeitet hat. Ein Großteil des Charakters der traditionellen albanischen Musik, die den Kern von Maleve bildet, ist in den Gesangsharmonien erhalten geblieben, und die Volksrhythmen ergänzen die ätherische Schönheit der Klangtexturen (Synthesizer, Streicher), die das Album durchweben.

Begleitet wird Maleve von einer Live-Aufführung des Albums in der St.-Elisabeth-Kirche in Berlin mit weiteren außergewöhnlichen Musikern wie Petrit Çeku, Lih Qun Wong, Federico Albanese, Visar Kuçi, Monika Humienna und Earl Harvin.

Beim ersten Hören könnte man meinen, Maleve sei um der Männer und Frauen willen entstanden, um die es in den Liedern geht. Stattdessen setzt es sich mit ihren Geschichten auseinander und formt sie zu etwas Schönem und Kathartischem, das Inspiration für die Zukunft freisetzt.